GA 21 – Von Seelenrätseln
Anthropologe und Anthroposophie · Max Dessoir über Anthroposophie · Franz Brentano (Ein Nachruf) · Skizzenhafte Erweiterungen
Ersterscheinung: Berlin 1917
Befund zum Thema: Das erste Lebensjahr des Menschen
GA 21 ist ein philosophisch-polemisches Werk, in dem Steiner auf Kritiken von Max Dessoir antwortet und die Grundlagen der Anthroposophie gegenüber der akademischen Philosophie verteidigt. Es enthält keinen eigenständigen Abschnitt zum ersten Lebensjahr.
Im Kontext der Auseinandersetzung mit Dessoir findet sich jedoch ein kurzer, inhaltlich relevanter Verweis (S. 1061–1082): Steiner erläutert, dass die Kräfte des Vorstellungslebens bereits vor ihrer bewussten Entfaltung unbewusst tätig sind – insbesondere beim Aufbau des Nervensystems und anderer organischer Strukturen in der frühen Kindheit. Diese unbewusste Weisheitstätigkeit überträfe das spätere bewusste Denken an Weisheitsgrad, «wie der Wunderbau des menschlichen Gehirnes» ein von bewusster Menschenhand gefertigtes Werkzeug übersteigt. Zudem heißt es (im Zitat aus Dessoirs Kritik, die Steiners Position wiedergibt): «Am engsten ist der Zusammenhang mit höheren Welten in den drei ersten Lebensjahren, in die keine Erinnerung zurückreicht.»
Diese Ausführungen sind inhaltlich auf GA 15 («Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit») rückverwiesen, wo das Thema ausführlicher behandelt wird.
Marginale Relevanz: Kurzer Verweis auf frühe Kindheit und die ersten drei Lebensjahre im polemischen Kontext. Kein eigenständiger Befund zum ersten Lebensjahr.