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GA 124 – Inhaltsbefund: Die erste Siebenjahresperiode und das vorbewusste Erleben des kleinen Kindes

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Rudolf Steiner, GA 124: „Exkurse in das Gebiet des Markus-Evangeliums“. Dreizehn Vorträge, gehalten in Berlin, München, Hannover und Koblenz zwischen dem 17. Oktober 1910 und dem 10. Juni 1911, und eine Fragenbeantwortung vom 18. Dezember 1910. Dornach 1995.

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Passage 1
Dritter Vortrag: Zur Aufgabe der fünften Kulturepoche, Berlin, 7. November 1910
(S. ca. 51)

„Wir haben die Lebensalter des Menschen dahin unterschieden – und in der «Geheimwissenschaft» ist wieder darauf hingewiesen -, daß wir die ersten sieben Lebensjahre von der Geburt bis zum Zahnwechsel als die erste Periode rechnen. Wir haben gesagt, daß in dieser Zeit der physische Leib des Menschen endgültig seine Formen erlangt und daß mit den zweiten Zähnen im wesentlichen diese Formen festgestellt sind. Dann wächst der Mensch zwar noch innerhalb dieser Formen, aber im wesentlichen haben die Formen ihre Richtungen. Es ist der Ausbau der Form, was sich in den ersten sieben Jahren vollzieht. Solche Rhythmen müssen wir richtig nach allen Seiten hin verstehen. Wir müssen daher auch gesetzmäßig unterscheiden die ersten Zähne, die der Mensch in den ersten Lebensjahren bekommt und die dann ausfallen und ersetzt werden durch die zweiten Zähne.“

Passage 2
Sechster Vortrag: Der Sohn Gottes und der Menschensohn – Das Opfer des Orpheus, Berlin, 16. Januar 1911
(S. ca. 125)

„Der Unterschied ist ein ganz radikaler. Wenn wir das Kind vor dieser Zeit betrachten könnten, würde sich sofort zeigen, daß es vor dem Zeitpunkt, bis zu dem sich später der Mensch zurückerinnert, sich viel mehr in dem allgemeinen makrokosmischen geistigen Leben drinnen fühlt. Es sondert sich noch nicht heraus, isoliert sich noch nicht, rechnet sich vielmehr zu der ganzen Umgebung zugehörig, spricht sich sogar so an, wie die andern es ansprechen. Denn es sagt nicht «ich will», sondern «Karlchen will», und später erst lernt es sich als ein Ich ansprechen – woran neuere Kinderpsychologen herummäkeln, was aber nicht gegen die Wahrheit spricht, sondern nur gegen die Einsicht der betreffenden Psychologen. Das Kind fühlt sich in den ersten Jahren noch in der Umgebung, fühlt sich als ein Glied der ganzen Umgebung. Sich herauszuisolieren aus der Umgebung als selbständiges Wesen, damit beginnt der Mensch erst in dem Zeitpunkt, bis zu dem er sich dann später zurückerinnert.“