Rudolf Steiner, GA 128: „Eine okkulte Physiologie“. Ein Zyklus von acht Vorträgen, gehalten in Prag vom 20. bis 28. März 1911. Dornach 1991.
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Passage 1
Sechster Vortrag, Prag, 26. März 1911
(S. ca. 128)
„Wir haben schon am Anfang dieser Vortragsreihe im Menschen eine Zweiheit gesehen; jetzt tritt uns diese Zweiheit noch einmal in einer anderen Weise entgegen. Auf der einen Seite das Regsamste, Lebendigste im Blut, auf der anderen Seite etwas wie ein sich der organischen Regsamkeit am meisten Entziehendes, den Tod eigentlich schon in sich Tragendes im Knochensystem. Unser Knochensystem hat einen gewissen Abschluß schon erhalten – in seiner Ausformung wenigstens, wenn es auch nachher noch wächst – bis zu der Lebenszeit des Menschen, wo die Ich-Erlebnisse beginnen regsam zu werden. Bis zum Zahnwechsel im siebten Lebensjahr hat das Knochensystem sich im wesentlichen seine Form gegeben. Gerade in der Zeit also findet die Hauptentwickelung unseres Knochensystems statt, wo wir selber noch der Regsamkeit unseres Ich in hohem Maße entzogen sind. In dieser Zeit, wo das Knochensystem sich aufbaut aus den dunklen Untergründen und Kräften unseres Organismus heraus, können auch die meisten Fehler in der Ernährung gemacht werden. Gerade in diesen ersten sieben Lebensjahren können in der Ernährung des Kindes besonders folgenschwere Fehler gemacht werden, die sich auf das Knochensystem übel auswirken, zum Beispiel in rachitischen Erkrankungen, die namentlich davon herrühren, daß die Ernährungsprozesse in diesen Jahren nicht in der richtigen Weise geleitet werden, zum Beispiel wenn man der Naschhaftigkeit der Kinder nachgibt und ihnen alles mögliche gibt, wonach sie Verlangen tragen. So sehen wir das, was dem Ich entzogen ist, in unser Knochensystem hineinwirken.“