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GA 61 – Inhaltsbefund: Frühe Kindheit, Nachahmungstrieb und Gehirngestaltung

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GA 61: Menschengeschichte im Lichte der Geistesforschung
Sechzehn öffentliche Vorträge, Berlin 1911/1912

Inhaltsbefund: GA 61 enthält mehrere Passagen über die frühe Kindheit: die siebenjährigen Entwicklungsepochen, das geistig-seelische Wesen des Kindes vor dem Ich-Bewußtsein, die unbewußte Arbeit an der Gehirnorganisation in den ersten Kindheitsjahren sowie den Nachahmungstrieb als erste Erziehungsgrundlage.

Passage 1: Siebenjährige Epochen – die ersten Jahre bis zum Zahnwechsel

„Wir haben, wenn wir das Menschenleben genau betrachten […] unterscheidbare Epochen noch in folgendem: die ersten Jahre des Menschen bis zum Zahnwechsel, darauf die nächsten Jahre bis zur Geschlechtsreife, dann die Jahre bis zum einundzwanzigsten Jahre und dann wieder die bis zum achtundzwanzigsten Jahre, das heißt siebenjährige Perioden im Menschenleben, welche uns zeigen, daß sie in ihrem ganzen Charakter verschieden sind, daß neue Arten von Fähigkeiten auftreten, nachdem diese Epochen da sind.“

Passage 2: Das geistig-seelische Wesen in der frühesten Kindheit – stärker als später

„War nun in diesen Zeiten, an welche wir uns nicht zurückerinnern können, in dem dämmerhaften wie schlafenden Leben des Kindes das geistig-seelische Wesen des Kindes noch nicht vorhanden? Es war vorhanden, es war sogar stärker und kräftiger in den ersten Kindheitsjahren in bezug auf äußere Wirksamkeit als später. Bevor das Ich-Bewußtsein beim Menschen aufgetreten ist, arbeitete dieses traumhaft-tätige menschliche Wesen gerade an der feineren Ausgestaltung der Gehirnverhältnisse und der feineren menschlichen Leiblichkeit, und weil es seine Kräfte dort hin einschickte, kam noch nicht ein inneres menschliches Seelenwesen mit Ich-Bewußtsein zustande.“

„Als dann der Mensch aus seiner Seele heraus die feineren Verhältnisse seiner Leiblichkeit ausgebildet hatte, wandelte sich dieses von außen am Menschen Arbeitende in dasjenige um, was als bewußtes inneres Seelenleben auftrat.“

Passage 3: Unbewußte Arbeit an der Gehirnorganisation in der ersten Kindheit

„Während man in der ersten Kindheit unbewußt an seiner äußeren Konfiguration arbeitet, merkt man, wenn man eine bestimmte Zeit hindurch seine Übungen gemacht hat, daß man den geistig-seelischen Wesenskern so stark macht, daß man jetzt bewußt, indem man an seiner Gehirnorganisation arbeitet, ein Organ schafft.“

Passage 4: Nachahmungstrieb – wichtigstes Erziehungsprinzip in den ersten Lebensjahren

„Da finden wir, daß ungefähr bis zum siebenten Lebensjahre des Menschen, das heißt bis zum Zahnwechsel, die Erziehung von dem ausgehen müsse, was man die Nachahmung, den Nachahmungstrieb des Kindes nennen kann. Nun ist in jener Schrift hervorgehoben worden, daß im Grunde genommen bedeutungsvoller als alle Moralregeln und als alle sonstigen Unterweisungen für die Erziehung des Kindes in diesen ersten Lebensjahren das ist, was das Kind sieht und hört von denjenigen, die als Erwachsene in seiner Umgebung sind.“

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