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GA 82 – Inhaltsbefund: Säuglingsalter, plastisches Leibgestalten und das Erlernen des aufrechten Gangs nach der Geburt

Verfasst von

in

Rudolf Steiner, GA 82: „Damit der Mensch ganz Mensch werde. Die Bedeutung der Anthroposophie im Geistesleben der Gegenwart“. Dornach 1994 (2. Auflage, Gesamtausgabe; 1. Auflage Dornach 1957).

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Passage 1
Erster Vortrag: Die Anthroposophie und das Geistesleben der Gegenwart, Den Haag, 7. April 1922
(S. ca. 52)

„Und gar mit den ganz kleinen Kindern – «Wenn ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnt ihr nicht in die Reiche der Himmel kommen». Es ist doch ein tiefes Wahrwort, dieses Christus-Wort. In diesem Lebensalter, während des Säuglingsalters, des Alters bis zum Zahnwechsel hin, lebt das Kind so, daß man das Einleben seines Seelisch-Geistigen in das Physisch-Leibliche, dieses Hineinkraften, dieses plastische Gestalten des Leibes aus dem Seelischen heraus, nur mit intuitiver Erkenntnis begreifen kann. Daher die Kinder uns nur verstehen werden – fühlend, instinktiv – und von uns in der richtigen Weise beeinflußt werden können, wenn wir religiös geformte Wahrheiten bekommen können von einer Ausbildung der intuitiven Erkenntnis.“

Passage 2
Zweiter Vortrag: Die Stellung der Anthroposophie in den Wissenschaften, 8. April 1922
(S. ca. 54)

„Wir würden nämlich keine solche Raumanschauung haben, wie wir sie haben, wenn wir nicht die drei Dimensionen des Raumes erst innerhalb unseres Erdendaseins erleben würden. Wir erleben sie. Wir erleben die eine Dimension, indem wir uns von der Ohnmacht, als menschliches Wesen nach unserer Geburt aufrecht zu gehen, in diese eine, senkrechte Dimension hineinversetzen. Wir lernen einfach aus der Art, wie wir selber die eine Dimension bilden, das Vorhandensein dieser Dimension kennen. Und wir lernen nicht eine beliebige Dimension kennen aus unserer Menschenwesenheit heraus, die einfach auf den zwei anderen Dimensionen senkrecht steht, sondern wir lernen diese ganz bestimmte, auf der Oberfläche der Erde sozusagen senkrechtstehende Raumesdimension dadurch kennen, daß wir als Menschenwesen nicht gleich aufrecht geboren werden, sondern daß es zu den Bildegesetzen unseres Erdenlebens gehört, daß wir uns in diese vertikale Dimension erst hineinbringen.“