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GA 100 – Inhaltsbefund: Entwicklung des Kindes von der Geburt bis zum Zahnwechsel

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in

Rudolf Steiner, GA 100: „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis. Theosophie und Rosenkreuzertum – Vierzehn Vorträge, gehalten in Kassel vom 16. bis 29. Juni 1907. Das Johannes-Evangelium – Acht Vorträge, gehalten in Basel vom 16. bis 25. November 1907″. 2. Auflage, Dornach 1981.

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Passage 1
Fünfter Vortrag, Kassel, 20. Juni 1907
(S. ca. 62)

„Bis zum Zahnwechsel entwickelt sich der physische Leib, bis zum vierzehnten, fünfzehnten Jahr etwa der Ätherleib, bis zum einundzwanzigsten Jahr der Astralleib. Alles das muß man wissen, wenn man praktisch und nicht phantastisch in die Erziehung eingreifen will. Wenn also bis zum siebenten Jahre ganz besonders die Veranlagung des physischen Leibes in Betracht kommt, dann müssen bei der Erziehung diese physischen Eindrücke, das heißt also alles, was das Kind mit seinen Sinnesorganen wahrnimmt, tief und gründlich berücksichtigt werden. Was bis zum siebenten Jahre in diesem Kindesleib an Formen und Veranlagung der physischen Organe versäumt wird, das ist für alle Zeiten des Lebens verloren.
Die Einsicht in diesen letzten Satz gibt gerade der Medizin ungeheuer viel Richtlinien für eine sachgemäße Behandlungsweise, unter anderem zum Beispiel der Rachitis. Wie kommt es, daß diese Erkrankung gerade in dieser Lebensperiode auftritt? Eben weil da das Kind seinen Körper formt, und deshalb äußern sich diese Symptome gerade in der Form: krummer Knochenbau, schlechte Zähne, falsche Schädelform und so weiter. Deshalb ist aber auch das Kind gerade in der Zeit bis zum Zahnwechsel noch fähig, diese falschen Formen auf die Norm zurückzuführen. Wir sehen, daß bei sachgemäßer Behandlung selbst die krummsten Beine vollkommen gerade werden können, und daß selbst bei schlechtesten Milchzähnen ein vollkommen gesundes zweites Gebiß sich entwickeln kann, während krumme Beine, die bis zum siebenten Jahre nicht korrigiert sind, für das ganze Leben bleiben.“

Passage 2
Fünfter Vortrag, Kassel, 20. Juni 1907
(S. ca. 63)

„Auch das Gehirn ist bis zum siebenten Lebensjahr in der Ausbildung seiner plastischen Formen begriffen, und was bis dahin an diesen feinen Ausbildungen, Ausgestaltungen der Form nicht ausgebildet ist, das ist für immer verloren. Und da ja das physische Gehirn das Instrument ist, durch welches sich der Geist äußert, ist es von ungeheurer Wichtigkeit, daß dieses Instrument so fein als möglich ausgearbeitet, respektive in den ersten sieben Jahren veranlagt wird. Denn mit einem mangelhaft ausgebildeten Gehirn kann selbst der größte Geist nichts anfangen, sowenig wie der größte Pianist auf einem verstimmten Klavier gut spielen kann.“

Passage 3
Fünfter Vortrag, Kassel, 20. Juni 1907
(S. ca. 65)

„Das Kind ist in Wirklichkeit bis zum siebenten Jahre eigentlich nur Sinnesorgan. Alles, was es mit seinen Sinnen aufnimmt, verarbeitet es, und so auch vor allen Dingen alles, was es in seiner allernächsten Umgebung sieht und hört. Das Kind ist daher bis zum Zahnwechsel ein nachahmendes Wesen, und das geht bis in seine physische Organisation hinein. Das ist ja etwas ganz Natürliches. Das Kind nimmt durch die Sinnesorgane seine ganze Umgebung in sich auf. Es übt sich auch in dem Gebrauch seiner Glieder. Es sieht, wie der Vater, die Mutter und so weiter dieses oder jenes machen und macht dies ohne weiteres nach. Das geht bis in jede Bewegung der Hände und Beine hinein. Sind Mutter oder Vater zum Beispiel zappelig, so wird wohl in unzähligen Fällen auch das Kind zappelig; ist die Mutter ruhig, wird ganz selbstverständlich auch das Kind ruhig.“