Rudolf Steiner, GA 84: „Was wollte das Goetheanum und was soll die Anthroposophie? Elf öffentliche Vorträge“. Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, 1986 (2. Auflage; 1. Auflage 1961).
─────────────────────────────────────────
Passage 1
Das Seelenleben des Menschen und seine Entwickelung zur Imagination, Inspiration und Intuition, Dornach, 15. April 1923
(S. ca. 81)
„Man weiß, wie dieser Ätherleib am tätigsten ist von außen herein in das Kind in den allerersten Jahren, wenn das Kind noch nicht denken kann, wenn es das Leben noch träumend verbringt.“
Passage 2
Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie, Prag, 30. April 1923
(S. ca. 202)
„Wenn wirkliche Menschenbeobachtung menschlich entwickelt ist, dann sehen wir – ich spreche da vom populären Gesichtspunkte –, wie in dem ersten Lebensalter des Kindes, von der Geburt bis zum Zahnwechsel, in einer wunderbaren Weise gerade die bedeutendsten Fähigkeiten des Menschen sich herauslösen aus unbestimmten Tiefen seines Wesens. Wir sehen, wie jene Dynamik sich entwickelt, durch die der Mensch sich als ein aufrecht gehendes Wesen in seinem Gleichgewicht in die Welt hineinstellt, wie die Sprache, wie das Denken herauskommt aus der Tiefe des Seelenwesens und sich körperlich auslebt.“
Passage 3
Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie, Prag, 30. April 1923
(S. ca. 204)
„… daß das Kind bis zum Zahnwechsel ein nachahmendes Wesen ist. Natürlich, man darf solche Dinge nicht grob nehmen, aber das Kind ist in dem ersten Lebensabschnitt gewissermaßen ein einziges großes Sinnesorgan. Wir können das ganze Leben des Kindes im ersten Lebensabschnitt vergleichen mit einem einzigen Sinnesorgan, wir können es vergleichen mit der innerlichen Organisation des Auges.“
Passage 4
Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie, Prag, 30. April 1923
(S. ca. 206)
„Dasjenige, was zuerst in den Wachstumskräften war, in den plastisch gestaltenden Kräften, was als Geistig-Seelisches im Leibe gewirkt hat im Zahnwechsel, von dem löst sich ein Teil los und verwandelt sich in das freie Seelisch-Geistige nach dem Zahnwechsel.“
Passage 5
Die übersinnliche Erkenntnis – Anthroposophie – als Zeitforderung, Wien, 26. September 1923
(S. ca. 227)
„In dir entwickeln sich die Kräfte, die an den Substanzen deines physischen Leibes gestalten; in dir haben sich, besonders in der Kindheit, diejenigen Kräfte entwickelt, welche die nach der Geburt noch ungeordnete Gehirn-Nervenmasse zur plastischen Ausgestaltung bis etwa zum siebenten Jahre hin gebracht haben.“