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  • GA 98 – Inhaltsbefund: Die drei Geburten des Menschen (physischer, ätherischer, astralischer Leib)

    Rudolf Steiner, GA 98: „Natur- und Geistwesen – ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt“. Hörernotizen von achtzehn Vorträgen, gehalten in verschiedenen Städten zwischen dem 5. November 1907 und dem 14. Juni 1908. Dornach 1996.

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    Passage 1
    Über die sogenannten Gefahren der okkulten Entwickelung, Wien, 5. November 1907
    (S. ca. 20)

    „Was ist ein Adept? Solche gibt es auf allen Gebieten. Betrachten Sie den Menschen selbst. Der Mensch besteht seinem Wesen nach aus dem physischen, ätherischen, astralischen Leib und dem Ich. Die verschiedenen Wesensglieder der menschlichen Natur entwickeln sich ganz verschieden mit den einzelnen Lebensaltern. Das ist ein sehr wichtiges Kapitel. Denn für den Okkultisten wird der Mensch wiederholt geboren, zuerst physisch aus der physischen Mutter heraus. Da ist der physische Leib eingeschlossen vom physischen Mutterleib; die verschiedenen Blutläufe und Säfte gehen von der Mutter zum Kinde. Wenn dieses physisch geboren wird, wird gleichsam dieser physische Mutterleib vom Kinde ringsum losgelöst. Das ist die erste Geburt. In diesem Zeitpunkt ist der Ätherleib noch nicht geboren. Diese zweite Geburt findet erst statt mit dem Zahnwechsel im siebenten Lebensjahre. Bis dahin ist der Ätherleib umgeben von der ätherischen Hülle, die nicht eigentlich zum speziellen Ätherleib des Kindes gehört. Im siebenten Lebensjahre wird tatsächlich erst der Ätherleib geboren. Die Hülle wird zurückgestoßen, und der äußere Ausdruck dieses Geschehens ist das Erscheinen der Zähne, die der Mensch behält. In dem Maße, wie die Zähne herauskommen, sieht der Hellseher, wie der Ätherleib aus seiner Mutterhülle geboren wird. Dann ist bis zur Geschlechtsreife der Mensch noch immer eingehüllt von seiner astralischen Mutter, die von Anfang an da ist und bleibt, auch nach dem siebenten Lebensjahre. Dann wird diese astralische Mutter weggestoßen, und jetzt erst wird der astralische Leib geboren, wie früher der physische und der Ätherleib. Das Erheben des Menschen zur Geschlechtsreife bedeutet die Geburt des astralischen Leibes. Vom einundzwanzigsten bis zum achtundzwanzigsten Jahre wird erst völlig das Ich geboren.“

  • GA 97 – Inhaltsbefund: Die dreifache Geburt des Menschen und die Erziehung im ersten Jahrsiebt

    Rudolf Steiner, GA 97: „Die Wahrheitssprache der Evangelien. Das christliche Mysterium. Luzifer und Christus. Alte Esoterik und Rosenkreuzertum. Erkenntnisse und Lebensfrüchte der Geisteswissenschaft“. Notizen von einunddreißig Vorträgen mit sechs Fragenbeantwortungen, gehalten zwischen dem 9. Februar 1906 und 17. März 1907 in verschiedenen Städten. Dornach 1998.

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    Passage 1
    Geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte zur Erziehungsfrage, Leipzig, 12. Januar 1907
    (S. ca. 303)

    „Veranlagt ist schon alles im Embryo, aber die Entwicklung geht ganz verschieden vor sich. Der Mensch kann sich nicht ohne eine Umgebung entwickeln, er kann nur gedeihen, wenn er von andern Wesen und Gliedern des Kosmos umgeben ist. So muß der mütterliche Organismus den Menschen bis zu einer gewissen Reife umschließen. Was bei der physischen Geburt vor sich geht, wiederholt sich, denn bei der physischen Geburt wird noch nicht der ganze Mensch geboren, sondern so wie der sich entwickelnde Menschenkeim vom physischen mütterlichen Organismus umschlossen wird, so ist der Mensch nach der physischen Geburt von einem geistigen Organismus umgeben, welcher der ganzen Geistwelt angehört. Das Kind ist umgeben von einer Ätherhülle und von einer Astralhülle und ruht darin, wie der Embryo im Mutterschoß.
    Im siebenten Lebensjahr, um die Zeit des Zahnwechsels, löst sich vom Ätherleib eine Ätherhülle los, wie sich bei der physischen Geburt der mütterliche Organismus vom physischen Körper des Kindes löst. Der Ätherleib wird frei, während sich vorher eine Wesenheit aus demselben Äther dem Ätherleibe anschließt und Strömungen von ihr auf das Kind übergehen, wie dies vor der physischen Geburt im Mutterleib geschieht. Nach und nach wird das Kind also zum zweiten Mal, und jetzt ätherisch, geboren. Nun ist noch immer das dritte Glied, der Astralleib, von einer schützenden Astralhülle umgeben. Diese Astralhülle umgibt den Menschen bis zur Geschlechtsreife, bis zum vierzehnten, fünfzehnten Jahre, und zieht sich dann zurück. So wird der Mensch zum dritten Mal geboren, die astrale Geburt findet statt.“

    Passage 2
    Geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte zur Erziehungsfrage, Leipzig, 12. Januar 1907
    (S. ca. 305)

    „So gehört zur Pflege des Kindes bis zum siebenten Jahre alles, was mit dem physischen Leib zusammenhängt. Darunter fällt die harmonische Ausbildung der Organe durch die Einwirkung auf die Sinne des Kindes. Die Physis ist daher das Maßgebende, das zu Erziehende. Dem tragen wir dadurch Rechnung, daß wir dem Kinde alles bringen, was durch die Sinne heranbildend wirkt. Aristoteles sagt: Der Mensch ist das nachahmendste der Tiere. – Das Kind ist also ein Nachahmer, alles steht bei ihm unter dem Zeichen der Nachahmung dessen, was es hört und sieht. In diesem Alter haben Gebote und Verbote wenig Bedeutung. Die größte Bedeutung aber hat das Vorbild, dadurch muß die Umgebung die Sinne des Kindes erwecken. Wie wir sind, das ist die Hauptsache, und bis in die Feinheiten hinein muß der Erwachsene sein eigenes Tun und Lassen beobachten. Er darf nichts tun, was das Kind nicht nachahmen darf, denn alles, was es sieht, das betrachtet es als etwas, was es selber tun und nachahmen darf. So überraschte ein gutgeartetes Kind seine Eltern damit, daß es Geld aus einer Kassette genommen hatte. Die Eltern waren entsetzt und glaubten, das Kind hätte einen Hang zum Stehlen. Auf Befragen stellte sich aber heraus, daß das Kind einfach nur nachgeahmt hatte, was es Vater und Mutter täglich hatte tun sehen. Auf Vorbild und Nachahmung beruht die Erziehung bis zum Zahnwechsel. Daher muß der Erzieher bis zum siebenten Jahre des Kindes in jeder Hinsicht Vorbild sein.“

    Passage 3
    Geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte zur Erziehungsfrage, Leipzig, 12. Januar 1907
    (S. ca. 310)

    „Der kindliche Geist hat heutzutage zuviel mit dem Toten zu tun. Dem können im ersten Lebensjahrsiebent beispielsweise bewegliche Bilderbücher entgegenwirken. Alles sollte Handlung, Tat, Leben sein, das belebt den Geist und bewegt das Innere.“

  • GA 96 – Inhaltsbefund: Entwicklung des Kindes vor der Geburt und im ersten Jahrsiebent

    Rudolf Steiner, GA 96: „Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft. Christliche Esoterik im Lichte neuer Geist-Erkenntnis“. Vorträge, gehalten zwischen dem 29. Januar 1906 und 12. Juni 1907 in Berlin. Dornach, 1. Auflage 1974 / 2. Auflage 1989.

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    Passage 1
    Erziehungspraxis auf der Grundlage spiritueller Erkenntnis, Berlin, 14. Mai 1906
    (S. ca. 62)

    „Wenn Sie sich eine richtige Vorstellung davon bilden wollen, so müssen Sie sich klarmachen, daß vor den Zeitabschnitten, in denen der Mensch äußerlich gesehen werden kann, noch der Zeitabschnitt vor der Geburt liegt, wo der Mensch im Leibe der Mutter lebt. Sie müssen rein physisch unterscheiden zwischen dem Leben vor der Geburt und den folgenden Zeiträumen und sich klarmachen, daß der Mensch nicht leben könnte, wenn er zu früh geboren würde, zu früh in die äußere sichtbare Welt treten würde. Er könnte in der äußeren Welt nicht leben, weil seine Sinnesorgane, mit denen er mit der äußeren Welt in Verkehr tritt, noch nicht genügend ausgebildet sind. Während der Mensch bis zu seiner Geburt vom Mutterleib umschlossen ist, werden seine Organe – Augen, Ohren, und alles was er braucht, um in der physischen Welt zu leben – ausgebildet. Bevor seine Organe innerhalb der schützenden Hülle eines anderen physischen Körpers genügend vorbereitet sind, kann der Mensch nicht mit der physischen Welt in Berührung treten. Die Geburt ist der Zeitpunkt, in welchem der Mensch soweit reif ist, daß er ohne eine schützende Hülle mit der Umwelt in Berührung treten kann. Dasselbe ist dann aber noch lange nicht mit dem Ätherleib und Astralleib der Fall. Sie sind noch nicht so weit, daß sie ebenfalls mit der Umwelt in unmittelbare Berührung treten können. Ein ganz ähnlicher Prozeß, wie er vor der Geburt des Menschen mit dem physischen Leibe vor sich geht, geht mit dem Ätherleib in dem Zeitraum von der Geburt bis ungefähr zum siebenten Jahre vor sich. Erst dann, kann man sagen, wird der Ätherleib geboren. Und erst mit dem vierzehnten bis fünfzehnten Jahre wird der Astralleib geboren, der alsdann eine freie, selbständige Tätigkeit gegenüber der Umwelt entfalten kann.“

    Passage 2
    Erziehungspraxis auf der Grundlage spiritueller Erkenntnis, Berlin, 14. Mai 1906
    (S. ca. 64)

    „Auf den physischen Leib des Menschen einwirken, heißt, dem Kinde äußere Eindrücke zu vermitteln. Durch die äußeren Eindrücke wird der physische Leib herangebildet. Daher ist auch das, was bis zum siebenten Jahre versäumt worden ist, später kaum noch nachzuholen. Bis zum siebenten Jahre ist der physische Leib in einem solchen Stadium begriffen, daß er durch äußere sinnliche Eindrücke herangebildet werden sollte. Wenn das Auge des Kindes bis zum siebenten Jahre nur Schönes sieht, bildet es sich so heran, daß es das ganze Leben hindurch ein Empfinden für das Schöne behält. Später kann der Schönheitssinn nicht mehr auf die gleiche Weise entwickelt werden. Was Sie dem Kinde im ersten Jahrsiebent sagen oder was Sie tun, ist viel weniger wichtig, als die Art, wie man seine Umgebung gestaltet und was das Kind sieht und hört. Die inneren Wachstumskräfte müssen bis dahin durch die äußeren Eindrücke herangefördert werden. Der frei gestaltende Geist des Kindes formt aus einem Stück Holz, das ein paar Punkte und Striche für Augen, Nase und Mund hat, eine menschliche Figur. Wenn das Kind aber eine möglichst schön geformte Puppe bekommt, so hat es etwas, woran es gebunden ist; daher haftet dann die innere Geisteskraft an dem, was schon da ist und wird nicht zur eigenen Tätigkeit herausgefordert – sie ist gebunden -, und damit geht die gestaltende Phantasiekraft für das spätere Leben überhaupt fast verloren.
    So ist es weitgehend mit allen Eindrücken der Sinneswelt. Was Sie selbst in der Umgebung des Kindes sind, was das Kind unmittelbar sieht oder hört, darauf kommt es an. Es wird ein guter Mensch, wenn es um sich gute Menschen sieht. Es ahmt die Dinge, die es um sich herum wahrnimmt, nach. Gerade auf die Nachahmungskraft, auf die Wirkung des Beispiels muß man den allergrößten Wert legen. Daher wird das richtige sein: möglichst viel vormachen, damit das Kind möglichst viel nachmachen kann. In diesem Sinne muß also auf die Pflege des physischen Leibes in der Zeit vom ersten bis siebenten Jahre der Hauptwert gelegt werden. Auf die höheren Leiber kann man in diesem Alter noch nicht durch Erziehungsmaßnahmen wirken, überhaupt nicht durch bewußte Erziehung; sondern auf diese Leiber wirken Sie, solange sie noch ganz mit sich selbst beschäftigt sind, durch das, was Sie eben sind. Ein kluger Mensch wird durch seine Klugheit in dem Kinde selbst die Klugheit zum Wirken bringen. Im übrigen hat sich der Erzieher zu bemühen, in der Umgebung eines Kindes ein möglichst geschlossener Mensch zu sein, möglichst hohe und gute Gedanken zu haben – wie ein gesunder Leib der Mutter gesund auf den Körper des Kindes wirkt.“

    Passage 3
    Der Lebenslauf des Menschen im Zusammenhang mit der planetarischen Evolution, Berlin, 4. März 1907
    (S. ca. 247)

    „Was ich Ihnen jetzt geschildert habe, hat dieser Menschenleib alles bis zu einem gewissen Grade mitgemacht. Die Nachspuren dessen, was im Saturn als Bewegung war, haben Sie jetzt im physischen Leib als Schwingungsvorgänge. Wenn also in den ersten sieben Jahren der physische Leib sich entwickelt, so ist das eine Art Wiederholung des Saturndaseins, und deshalb nennt man im Okkultismus die Zeit vom ersten bis siebenten Jahre, also bis zum Zahnwechsel, die Zeit des Saturndaseins. Da sind dieselben Kräfte tätig, die dazumal in ihrer ersten Anlage erschienen sind, als der Mensch nur seinem physischen Leib nach auf dem Saturn entwickelt war. Dann wird geboren der Ätherleib und damit die Kräfte, die mit dem Sonnendasein zusammenhängen. Wir nennen die Zeit vom siebenten bis vierzehnten oder sechzehnten Lebensjahr, in der diese Kräfte tätig sind, das Sonnendasein des Menschen. Sie müssen sich klar darüber sein, daß alle die Kräfte, die dazumal im Menschen waren, als die Kräfte des aufblühenden Lebens, also die Sonnenkräfte, herauskommen und sich entwickeln in der Zeit vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife.“

  • GA 95 – Inhaltsbefund: Entwicklung der Wesensglieder und Erziehung in den ersten Lebensjahren

    Rudolf Steiner, GA 95: „Vor dem Tore der Theosophie“. Vierzehn Vorträge, gehalten in Stuttgart vom 22. August bis 4. September 1906, mit zwei Fragenbeantwortungen (Hörernotizen). Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, 1990.

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    Passage 1
    Fünfter Vortrag, Stuttgart, 26. August 1906
    (S. ca. 56)

    „Nun darf man sich nicht vorstellen, daß die höheren Wesensglieder von Anfang an in vollster Weise mit dem Embryo verbunden sind. Was seine Tätigkeit zunächst entfaltet, ist der Kausalkörper, denn dieser arbeitet schon bei der allerersten Entstehung des physischen Leibes. Der Ätherleib fängt erst in der siebenten Woche an, am Embryo zu arbeiten, der Astralleib erst im siebenten Monat. Vorher arbeitet am Kinde der Ätherleib und der Astralleib der Mutter. Es ist nun sehr wichtig für die Erziehung der ersten Jahre beim Kinde, diese Körper weiterzuentwickeln. Diesem sollte bei der Erziehung des Kindes viel mehr Rechnung getragen werden, als es geschieht. Es sollte die Zeit beobachtet werden, wo der Ätherleib und der Astralleib des Kindes anfangen mitzuarbeiten.“

    Passage 2
    Sechster Vortrag, Stuttgart, 27. August 1906
    (S. ca. 54)

    „Nach der Geburt tritt der Mensch hinein in ein neues Leben, und seine verschiedenen Leiber entwickeln sich in ganz verschiedener Art und Zeit. Der Erzieher sollte darauf Rücksicht nehmen. Ganz anders ist es vom ersten bis zum siebenten Jahre, ganz anders in den zweiten sieben Jahren, vom siebenten bis zum fünfzehnten oder sechzehnten Jahre, bei den Knaben später, bei den Mädchen früher. […] Von der Geburt bis zum siebenten Jahre kommt für Eltern und Erzieher eigentlich nur der physische Leib des Kindes in Betracht. Durch die Geburt ist der physische Leib für seine Umgebung frei geworden. Vor der Geburt bildet derselbe einen Bestandteil des Organismus der Mutter. Die ganze Zeit während der Keimung geht das Leben der Mutter und dasjenige des menschlichen Keimes ineinander. Der physische Leib der Mutter umhüllt den physischen Leib des Kindes; das bedeutet, daß er noch unzugänglich ist für die physische Außenwelt. Erst nach der Geburt ändert sich dies.“

    Passage 3
    Sechster Vortrag, Stuttgart, 27. August 1906
    (S. ca. 56)

    „Wie wirkt man in den ersten sieben Jahren am besten auf den Menschen ein? Indem man die Sinnesorgane ausbildet. Alles, was von außen auf sie einwirkt, ist bedeutsam. Alles, was der Mensch in den ersten sieben Jahren sieht und hört, wirkt auf ihn ein durch die Sinnesorgane. Aber nicht durch einen Lehrstoff oder mündliche Belehrung wirkt man auf die Sinnesorgane ein, sondern durch das Beispiel, das Vorbild. Man muß dem Kinde etwas für seine Sinne bieten; das ist wichtiger als alles andere in den ersten sieben Jahren. Das Kind sieht, wie sich die Menschen benehmen in seiner Umgebung, es sieht es mit seinen Augen. Aristoteles sagt mit Recht: Der Mensch ist das nachahmendste der lebenden Wesen. – Vorzugsweise ist das in den ersten sieben Jahren der Fall. Nie wieder ist der Mensch so sehr der Nachahmung zugänglich wie in diesen ersten sieben Jahren.“

    Passage 4
    Sechster Vortrag, Stuttgart, 27. August 1906
    (S. ca. 57)

    „Nicht was man sagt, sondern wie man ist, wirkt in den ersten sieben Jahren auf das Kind ein. Wegen der ungemeinen Subtilität dieser Wesensglieder muß sich die Umgebung des Kindes aller unreinen, unmoralischen Gedanken und Gefühle enthalten.“

  • GA 94 – Inhaltsbefund: Die Entwicklung des Kindes in den ersten sieben Lebensjahren

    Rudolf Steiner, GA 94: „Kosmogonie. Populärer Okkultismus. Das Johannes-Evangelium. Die Theosophie anhand des Johannes-Evangeliums“. Dornach, 2001 (Vorträge gehalten 1906).

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    Passage 1
    Populärer Okkultismus, Erster Vortrag, Leipzig, 28. Juni 1906
    (S. ca. 132)

    „Betrachten wir einmal das Kind im Hinblick auf diese drei Leiber. Sie entwickeln sich bei ihm nicht gleichzeitig. Vom ersten bis zum siebenten Jahr entwickelt sich der physische Leib, die beiden anderen Leiber sind noch nicht frei, sie wirken innerlich auf den physischen Leib. Nur auf den physischen Leib kann man deshalb in dieser Zeit erziehend einwirken, die beiden anderen Wesensglieder müssen sich erst entwickeln. Eine verständige Erziehung wird von einer vorzeitigen Einwirkung auf diese beiden anderen Leiber absehen. Vom ersten bis siebenten Jahr braucht das Kind sichtbare, wahrnehmbare Bilder, Vorbilder. Die sichtbare Umgebung des Kindes sollte rein sein bis in die Gedanken hinein. Denn die Umgebung hat einen viel größeren Einfluß auf die Entwickelung des Kindes, als gewöhnlich angenommen wird. Selbst für gute und böse Gedanken hat das Kind eine Empfindung. Man muß die Sinne des Kindes schärfen. Über die Eindrücke der Sinne hinaus ihm Begriffe beibringen zu wollen, hilft nichts. Die Phantasie des Kindes sollte angeregt werden. Deshalb darf man dem Kinde nicht ganz fertige Dinge als Spielsachen geben. Es sollte sich selbst etwas zusammensetzen, ein Gebilde machen und so weiter. Dadurch wird das Kind geweckt und die Kräfte des physischen Leibes werden entwickelt. Also keine kunstvollen Spielsachen!“

  • GA 93 – Kurzbefund: Kein spezifischer Inhalt zum ersten Lebensjahr gefunden

    Rudolf Steiner, GA 93: „Die Tempellegende und die Goldene Legende als symbolischer Ausdruck vergangener und zukünftiger Entwickelungsgeheimnisse des Menschen. Aus den Inhalten der Esoterischen Schule“. Zwanzig Vorträge, gehalten in Berlin zwischen dem 23. Mai 1904 und dem 2. Januar 1906. Dornach 1991.

    Kurzbefund: In dieser GA wurden keine Passagen gefunden, die sich spezifisch auf das erste Lebensjahr eines Menschen beziehen.

  • GA 92 – Kurzbefund: Kein spezifischer Inhalt zum ersten Lebensjahr gefunden

    Rudolf Steiner, GA 92: „Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen. Griechische und germanische Mythologie. Richard Wagner im Lichte der Geisteswissenschaft“. 1999, Dornach/Schweiz.

    Kurzbefund: In dieser GA wurden keine Passagen gefunden, die sich spezifisch auf das erste Lebensjahr eines Menschen beziehen.

  • GA 89 – Kurzbefund: Kein spezifischer Inhalt zum ersten Lebensjahr gefunden

    Rudolf Steiner, GA 89: „Bewußtsein – Leben – Form. Grundprinzipien der geisteswissenschaftlichen Kosmologie“. 2001, Dornach/Schweiz.

    Kurzbefund: In dieser GA wurden keine Passagen gefunden, die sich spezifisch auf das erste Lebensjahr eines Menschen beziehen.

  • GA 88 – Inhaltsbefund: Vorgeburtliches Bewusstsein und kindliche Entwicklung als Karma-Lektion

    Rudolf Steiner, GA 88: „Über die astrale Welt und das Devachan. Aufzeichnungen von neunzehn Vorträgen und vier privaten Lehrstunden in Berlin 1903-1904″. 1999, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz.

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    Passage 1
    Zweiter Vortrag (Teil II: Die Welt des Geistes oder Devachan), Berlin, 4. Februar 1904
    (S. ca. 109)

    „Wir müssen nur das Leben nicht rechnen vom Erblicken der äußeren Welt an, sondern von dem ersten Zustande des Keimes im Leibe der Mutter an. Wenn wir den Menschen betrachten vom ersten Zustande im Leibe der Mutter an, dann hat für jeden ein solcher Umschwung stattgefunden. Der Bewußtseinszustand des Menschenkeimes, sein Wahrnehmungsvermögen ist ganz anders als dasjenige des späteren Menschen. Wer das zu beobachten versteht, der weiß, was Wichtiges geschieht mit dem Menschen in den ersten Monaten des Daseins vor seiner Geburt, der weiß, daß sich das Anschauungsvermögen des Menschen schon [mit der Geburt] radikal geändert hat. Der Keim hat ein Wahrnehmungsvermögen, das sich wesentlich unterscheidet von dem Wahrnehmungsvermögen des Menschen, der das Licht der Welt erblickt und ein Wachbewußtsein hat. Der Menschenkeim nimmt nämlich in einer Art wahr, die wir als astrales Wahrnehmungsvermögen bezeichnen. Der Menschenkeim hat also eine astrale Wahrnehmung. Erst später bildet sich das äußere, wache Bewußtsein heraus. Vom astralen Leben zum wachen Bewußtseinsleben entwickelt sich der Mensch. Ein ähnlicher Umschwung, etwas wie eine neue Geburt, ist das Eröffnen des sogenannten devachanischen Sinnes, der dem Seher beschert wird, damit er eine neue Welt wahrnehme. Der Menschenkeim nimmt in der Tat die dunklen Strömungen in der astralen Welt wahr. Er nimmt wahr die in seiner Umwelt waltenden Gefühle. Das können Sie sehen an den Einflüssen der vorhandenen Verhältnisse auf den Embryo im Mutterleib. Dieser Umschwung, diese Umwandlung des astralen Bewußtseins des Keimes zum wachen, sinnlichen Bewußtsein tritt bei jedem Menschen einmal ein.

    Es ist also diejenige Welt, in der wir leben, die uns erschlossen wird in dem neuen Bewußtseinszustande. Was wir wahrnehmen in dieser Welt, ist uns zunächst unverständlich; ganz stufenweise werden wir hingeführt zu dem Wahrnehmen in dieser Devachan- oder Geisteswelt. Ebenso wie beim Kinde, wenn in den ersten Lebenstagen die Sinne sich eröffnen, so ist es mit dem Wahrnehmen im Devachan.“

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    Passage 2
    Physische Krankheiten und kosmologische Gesetzmäßigkeiten, Berlin, 27. Oktober 1903
    (S. ca. 198)

    „Karma kann also nur so wirken, daß das eine, das Vollkommene, dem anderen, dem Unvollkommenen, entspricht. Denken Sie sich, ein Kind soll sich entwickeln, um sich im Hinblick auf sein späteres Erwachsensein zu vervollkommnen. Da muß es alles erst lernen. Es muß stehen und gehen lernen, es muß lernen, sich selbst im Gleichgewicht zu halten; dabei wird es auch öfters hinfallen.“

  • GA 84 – Inhaltsbefund: Kindesentwicklung von der Geburt bis zum Zahnwechsel

    Rudolf Steiner, GA 84: „Was wollte das Goetheanum und was soll die Anthroposophie? Elf öffentliche Vorträge“. Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, 1986 (2. Auflage; 1. Auflage 1961).

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    Passage 1
    Das Seelenleben des Menschen und seine Entwickelung zur Imagination, Inspiration und Intuition, Dornach, 15. April 1923
    (S. ca. 81)

    „Man weiß, wie dieser Ätherleib am tätigsten ist von außen herein in das Kind in den allerersten Jahren, wenn das Kind noch nicht denken kann, wenn es das Leben noch träumend verbringt.“

    Passage 2
    Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie, Prag, 30. April 1923
    (S. ca. 202)

    „Wenn wirkliche Menschenbeobachtung menschlich entwickelt ist, dann sehen wir – ich spreche da vom populären Gesichtspunkte –, wie in dem ersten Lebensalter des Kindes, von der Geburt bis zum Zahnwechsel, in einer wunderbaren Weise gerade die bedeutendsten Fähigkeiten des Menschen sich herauslösen aus unbestimmten Tiefen seines Wesens. Wir sehen, wie jene Dynamik sich entwickelt, durch die der Mensch sich als ein aufrecht gehendes Wesen in seinem Gleichgewicht in die Welt hineinstellt, wie die Sprache, wie das Denken herauskommt aus der Tiefe des Seelenwesens und sich körperlich auslebt.“

    Passage 3
    Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie, Prag, 30. April 1923
    (S. ca. 204)

    „… daß das Kind bis zum Zahnwechsel ein nachahmendes Wesen ist. Natürlich, man darf solche Dinge nicht grob nehmen, aber das Kind ist in dem ersten Lebensabschnitt gewissermaßen ein einziges großes Sinnesorgan. Wir können das ganze Leben des Kindes im ersten Lebensabschnitt vergleichen mit einem einzigen Sinnesorgan, wir können es vergleichen mit der innerlichen Organisation des Auges.“

    Passage 4
    Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie, Prag, 30. April 1923
    (S. ca. 206)

    „Dasjenige, was zuerst in den Wachstumskräften war, in den plastisch gestaltenden Kräften, was als Geistig-Seelisches im Leibe gewirkt hat im Zahnwechsel, von dem löst sich ein Teil los und verwandelt sich in das freie Seelisch-Geistige nach dem Zahnwechsel.“

    Passage 5
    Die übersinnliche Erkenntnis – Anthroposophie – als Zeitforderung, Wien, 26. September 1923
    (S. ca. 227)

    „In dir entwickeln sich die Kräfte, die an den Substanzen deines physischen Leibes gestalten; in dir haben sich, besonders in der Kindheit, diejenigen Kräfte entwickelt, welche die nach der Geburt noch ungeordnete Gehirn-Nervenmasse zur plastischen Ausgestaltung bis etwa zum siebenten Jahre hin gebracht haben.“