Rudolf Steiner, GA 114: „Das Lukas-Evangelium“. Ein Zyklus von zehn Vorträgen, gehalten in Basel vom 15. bis 26. September 1909. Dornach/Schweiz, 2001 (9. Auflage der Gesamtausgabe).
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Passage 1
Dritter Vortrag, Basel, 17. September 1909
(S. ca. 80)
„Um das zu begreifen, müssen wir uns kurz in die Erinnerung zurückrufen, was wir aus den anthroposophischen Vorträgen vom Wesen des Menschen kennen. Wir wissen, daß wir in der Geisteswissenschaft mehrere «Geburten» unterscheiden. In dem, was man die physische Geburt nennt, streift der Mensch gleichsam die physische Mutterhülle ab. Mit dem siebenten Jahre streift er die ätherische Hülle ab, welche ihn bis dahin, bis zum Zahnwechsel, ebenso umgibt wie bis zur physischen Geburt die physische Mutterhülle; und mit der Geschlechtsreife, also in unserer heutigen Zeit im vierzehnten, fünfzehnten Jahre, streift der Mensch das ab, was er bis dahin wie eine astralische Hülle hat. Daher wird also des Menschen Ätherleib eigentlich erst mit dem siebenten Jahre als ein freier Leib nach außen geboren, und des Menschen astralischer Leib wird geboren mit der Geschlechtsreife; die äußere astralische Hülle wird dann abgestreift.“
Passage 2
Siebenter Vortrag, Basel, 21. September 1909
(S. ca. 132)
„Wir wissen, daß die Entwickelung des Menschen im normalen Falle so fortschreitet, daß ein wichtiger Zeitabschnitt in die Zeit vom ersten bis zum siebenten Lebensjahre fällt; ein weiterer wichtiger Abschnitt in der Entwickelung fällt in die Zeit vom siebenten bis ungefähr vierzehnten Jahre, das heißt bis zur Geschlechtsreife; ein weiterer Abschnitt geht vom vierzehnten bis einundzwanzigsten Jahre, dann kommt ein Zeitabschnitt bis zum achtundzwanzigsten und darauf ein weiterer bis zum fünfunddreißigsten Jahre. Diese Zeitabschnitte sind natürlich nicht in pedantischer Weise so aufzufassen, daß etwa ihr Ende immer genau zusammenfällt mit dem Jahresdatum, sondern wir haben jenen wichtigen Übergang in der menschlichen Entwickelung, der ungefähr mit dem Ablaufe des siebenten Jahres bezeichnet wird, in die Zeit des Zahnwechsels zu setzen. Dieser Übergang geht also nicht auf einmal vor sich, sondern allmählich in der Zeit des Zahnwechsels. Ebenso geht alles bei den übrigen Abschnitten allmählich vor sich. Wir wissen nun – genauer ist das dargestellt in der kleinen Schrift «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» -, daß mit dem Ablauf des siebenten Jahres geistig etwas Ähnliches geschieht wie physisch mit dem Verlassen des Mutterleibes: eine Art ätherischer Geburt geht dann vor sich. Mit dem vierzehnten Jahre, mit der Geschlechtsreife, geht eine astralische Geburt vor sich; da wird das frei, was des Menschen Astralleib ist.“
Passage 3
Siebenter Vortrag, Basel, 21. September 1909
(S. ca. 133)
„Wenn die physische Mutterhülle zurückgestreift wird, so ist das, was jetzt vom Menschen geboren ist, eigentlich nur der physische Leib, so daß das, was in den ersten sieben Lebensjahren frei hervortritt, der physische Leib ist. In den verschiedenen Vorträgen über die Erziehung des Kindes ist betont worden, wie wichtig es für den Erzieher ist, gerade dieses zu wissen.“