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  • GA 35 – Philosophie und Anthroposophie (1904–1923): Befund zum ersten Lebensjahr

    GA 35 – Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte AufsĂ€tze 1904–1923

    1. Die ersten Lebensjahre: aufrechte Haltung, Sprache, Denken und Erinnerung

    „Die Kindheitszeit von der Geburt bis zu einem gerade fĂŒr die geistige Betrachtungsweise außerordentlich interessanten Abschnitte, bis zum Erwachsen der zweiten ZĂ€hne, ungefĂ€hr also bis zum sechsten oder siebenten Jahre, muß die erste Periode im Lebensrhythmus des Menschen sein, den Geisteswissenschaft betrachtet.

    Diese erste Periode der Entwicklung bildet in dem Menschen unermeßlich vieles aus, so daß einsichtige PĂ€dagogen gesagt haben: Der Mensch lernt von seiner Mutter oder Amme, selbst wenn er ein Weltumsegier wird, in seinen ersten Lebensjahren mehr als von allen Völkern er lernen kann wĂ€hrend seines ganzen ĂŒbrigen Lebens. Von allem andern abgesehen, fĂ€llt in diese Periode die Aneignung der FĂ€higkeit zur aufrechten Haltung, der SprachfĂ€higkeit, der Denk- und ErinnerungsfĂ€higkeit, dann die Arbeit derjenigen inneren KrĂ€fte, welche mit dem Hervorbringen der zweiten ZĂ€hne einen gewissen Abschluß finden. Alle diese EntwickelungsvorgĂ€nge stellen sich nun fĂŒr den Geistesforscher so dar, daß sie ihm als von irdischen KrĂ€ften hervorgebracht erscheinen.“

    2. Zweite Geburt: der Ätherleib wird frei (ab 7. Jahr)

    „Vom Zahnwechsel an beginnt im menschlichen Leben ein zweiter Abschnitt […] So wie sein physischer Leib mit der Geburt ins physische Dasein tritt, so tritt jetzt ein Ă€therischer, ein ĂŒberirdischer Leib ins Dasein.“

    3. Seelenverfassung des Kindes von Geburt bis Zahnwechsel

    „Die Seelenverfassung des Kindes von der Geburt bis zum Zahnwechsel ist fĂŒr eine durch geisteswissenschaftliche Schulung geschĂ€rfte Beobachtung eine ganz andere als die vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife.“

    „[D]iejenige, welche die Kindheitserlebnisse von der Geburt bis zum Zahnwechsel durchschauen kann.“

  • GA 34 – Lucifer-Gnosis (1903–1908): Befund zum ersten Lebensjahr

    GA 34 – Lucifer-Gnosis. Grundlegende AufsĂ€tze zur Anthroposophie 1903–1908

    Relevanter Aufsatz: Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (1907)

    1. Die physische Geburt und die Zeit bis zum Zahnwechsel

    „FĂŒr eine geistige Weltauffassung, wie sie von der Geistesforschung vertreten wird, ist damit wohl der physische Leib geboren, noch nicht aber der Äther- oder Lebensleib. Wie der Mensch bis zu seinem Geburtszeitpunkte von einer physischen MutterhĂŒlle, so ist er bis zur Zeit des Zahnwechsels, also etwa bis zum siebenten Jahre von einer ÄtherhĂŒlle und einer AstralhĂŒlle umgeben.“

    „Mit der physischen Geburt wird der physische Menschenleib der physischen Umgebung der Ă€ußeren Welt ausgesetzt, wĂ€hrend er vorher von der schĂŒtzenden MutterhĂŒlle umgeben war. Was vorher die KrĂ€fte und SĂ€fte der MutterhĂŒlle an ihm getan haben, das mĂŒssen jetzt die KrĂ€fte und Elemente der Ă€ußeren physischen Welt an ihm tun. Bis zum Zahnwechsel im siebenten Jahre hat der Menschenleib eine Aufgabe an sich zu verrichten, die wesentlich verschieden von den Aufgaben aller anderen Lebensepochen ist. Die physischen Organe mĂŒssen in dieser Zeit sich in gewisse Formen bringen; ihre StrukturverhĂ€ltnisse mĂŒssen bestimmte Richtungen und Tendenzen erhalten.“

    „Wie die Natur vor der Geburt die richtige Umgebung fĂŒr den physischen Menschenleib herstellt, so hat der Erzieher nach der Geburt fĂŒr die richtige physische Umgebung zu sorgen. Nur diese richtige physische Umgebung wirkt auf das Kind so, daß seine physischen Organe sich in die richtigen Formen prĂ€gen.“

    2. Nachahmung und Vorbild – die Zauberworte von Geburt bis zum Zahnwechsel

    „Es gibt zwei Zauberworte, welche angeben, wie das Kind in ein VerhĂ€ltnis zu seiner Umgebung tritt. Diese sind: Nachahmung und Vorbild. Der griechische Philosoph Aristoteles hat den Menschen das nachahmendste der Tiere genannt; fĂŒr kein Lebensalter gilt dieser Ausspruch mehr als fĂŒr das kindliche bis zum Zahnwechsel. Was in der physischen Umgebung vorgeht, das ahmt das Kind nach, und im Nachahmen gießen sich seine physischen Organe in die Formen, die ihnen dann bleiben.“

    „Nicht moralische Redensarten, nicht vernĂŒnftige Belehrungen wirken auf das Kind in der angegebenen Richtung, sondern dasjenige, was die Erwachsenen in seiner Umgebung sichtbar vor seinen Augen tun.“

    „[E]in Weltreisender mehr von seiner Amme in den ersten Jahren lernt, als auf allen seinen Weltreisen zusammen. Aber das Kind lernt eben nicht durch Belehrung, sondern durch Nachahmung. Und seine physischen Organe bilden sich ihre Formen durch die Einwirkung der physischen Umgebung.“

    3. Sprechenlernen durch Nachahmung

    „Besonders sollte alles Sprechenlernen im Sinne der Nachahmung in diesen Jahren geschehen. Hörend lernt das Kind am besten sprechen. Alle Regeln und alle kĂŒnstliche Belehrung können nichts Gutes wirken.“

    4. Freude und Liebe als organbildende KrÀfte

    „Freude und Lust sind die KrĂ€fte, welche die physischen Formen der Organe in der richtigsten Art herauslocken.“

    „Heitere Mienen der Erzieher, und vor allem redliche, keine erzwungene Liebe. Solche Liebe, welche die physische Umgebung gleichsam warm durchströmt, brĂŒtet im wahren Sinn des Wortes die Formen der physischen Organe aus.“

    „Wenn die Nachahmung gesunder Vorbilder in solcher AtmosphĂ€re der Liebe möglich ist, dann ist das Kind in seinem richtigen Elemente.“

    5. Erstes Ichbewusstsein in der frĂŒhen Kindheit (Jean Paul-Zitat)

    „Im Laufe der Kindheitsentwicklung tritt im Leben des Menschen ein Augenblick ein, in dem er sich zum ersten Male als ein selbstĂ€ndiges Wesen gegenĂŒber der ganzen anderen Welt fĂŒhlt.“ – Steiner zitiert dazu Jean Paul: „Nie vergess‘ ich die noch keinem Menschen erzĂ€hlte Erscheinung in mir, wo ich bei der Geburt meines Selbstbewußtseins stand […] Als auf einmal das innere Gesicht, ich bin ein Ich, wie ein Blitzstrahl vom Himmel auf mich fuhr und seitdem leuchtend stehen blieb: da hatte mein Ich zum erstenmal sich selber gesehen und auf ewig.“

  • GA 33 – Biographien und biographische Skizzen (1894–1905): Kurzbefund

    GA 33 – Biographien und biographische Skizzen 1894–1905

    Kein Befund zum ersten Lebensjahr des Menschen.

    GA 33 enthĂ€lt biographische AufsĂ€tze ĂŒber Schopenhauer, Jean Paul, Uhland, Wieland u.a. Kein anthroposophischer Lehrstoff zum ersten Lebensjahr.

  • GA 32 – Gesammelte AufsĂ€tze zur Literatur (1884–1902): Kurzbefund

    GA 32 – Gesammelte AufsĂ€tze zur Literatur 1884–1902

    Kein Befund zum ersten Lebensjahr des Menschen.

    GA 32 enthÀlt Steiners literaturkritische AufsÀtze. Kein anthroposophischer Lehrstoff zum ersten Lebensjahr.

  • GA 31 – Gesammelte AufsĂ€tze zur Kultur- und Zeitgeschichte (1887–1901): Kurzbefund

    GA 31 – Gesammelte AufsĂ€tze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887–1901

    Kein Befund zum ersten Lebensjahr des Menschen.

    GA 31 enthÀlt kulturkritische und zeitgeschichtliche AufsÀtze. Kein anthroposophischer Lehrstoff zum ersten Lebensjahr.

  • GA 30 – Methodische Grundlagen der Anthroposophie (1884–1901): Kurzbefund

    GA 30 – Methodische Grundlagen der Anthroposophie. Gesammelte AufsĂ€tze 1884–1901

    Kein Befund zum ersten Lebensjahr des Menschen.

    GA 30 enthĂ€lt gesammelte wissenschaftliche und kulturphilosophische AufsĂ€tze. Der einzige Bezug zum Thema Kind ist ein Nachruf auf den Physiologen Wilhelm Preyer, in dem Steiner dessen Werk „Die Seele des Kindes“ wĂŒrdigt – ohne eigene anthroposophische Aussage zum ersten Lebensjahr.

  • GA 29 – Gesammelte AufsĂ€tze zur Dramaturgie (1889–1900): Kurzbefund

    GA 29 – Gesammelte AufsĂ€tze zur Dramaturgie 1889–1900

    Kein Befund zum ersten Lebensjahr des Menschen.

    GA 29 enthÀlt Steiners Theaterkritiken und dramaturgische Essays. Kein anthroposophischer Lehrstoff zum ersten Lebensjahr.

  • GA 28 – Mein Lebensgang (1925): Kurzbefund

    GA 28 – Mein Lebensgang. Eine nicht vollendete Autobiographie (1925)

    Kein Befund zum ersten Lebensjahr des Menschen.

    GA 28 ist Steiners Autobiographie. Der Text enthĂ€lt keine anthroposophischen AusfĂŒhrungen zum ersten Lebensjahr. Der einzige Hinweis auf frĂŒheste Kindheit ist ein biographisch-narrativer Satz, in dem Steiner berichtet, dass er mit eineinhalb Jahren mit seiner Familie nach Mödling versetzt wurde.

  • GA 27 – Grundlegendes fĂŒr eine Erweiterung der Heilkunst

    GA 27 – Grundlegendes fĂŒr eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen
    Rudolf Steiner und Ita Wegman
    Ersterscheinung: Dornach 1925

    Befund zum Thema: Das erste Lebensjahr des Menschen

    GA 27, das gemeinsame Hauptwerk Steiners und Ita Wegmans zur anthroposophischen Medizin, enthĂ€lt zwei inhaltlich relevante Passagen zur frĂŒhesten Lebensphase des Menschen.

    Fundstelle 1 – Das erste menschliche Lebensalter als Formungskraft (Krankheitslehre)

    Im Kontext der Krankheitsentstehung beschreibt Steiner, wie physischer und Ă€therischer Leib ursprĂŒnglich durch die TĂ€tigkeit des Astralischen und der Ich-Organisation geformt werden — und wie dieser Vorgang im Laufe der Entwicklung ĂŒbergeben wird:

    «Die Gesamtgestaltung des physischen und Ă€therischen Leibes aus der TĂ€tigkeit des Astralischen und der Ich-Organisation sich ergibt; daß aber mit zunehmendem Alter die astralische und Ich-TĂ€tigkeit in der physischen und Ă€therischen Organisation weiterlaufen […] das heißt, die im ersten menschlichen Lebensalter vom astralischen Leib und der Ich-Organisation besorgt, spĂ€ter aber vom physischen und Ă€therischen Organismus allein ĂŒbernommen werden.»

    Erkrankung entsteht demnach, wenn die höheren Wesensglieder (astralischer Leib, Ich-Organisation) in einem spĂ€teren Lebensalter wieder eingreifen mĂŒssen in Aufgaben, die dem «ersten menschlichen Lebensalter» zuzuordnen sind — jene FormungstĂ€tigkeit, die normalerweise mit dem Heranwachsen an den physischen und Ă€therischen Organismus ĂŒbergeben wird.

    Fundstelle 2 – Sprache als Ausdruck der Menschennatur in den ersten Lebensjahren (Eurythmie)

    Im Kapitel ĂŒber die Eurythmie als Heilmittel heißt es:

    «Alle Bewegungen beruhen auf der inneren Wesenheit der Menschen-Organisation. Aus dieser fließt in den ersten Jahren des menschlichen Lebens die Sprache. So wie sich nun der Laut in der Sprache der Konstitution des Menschen entringt, so können bei einer wirklichen Erkenntnis dieser Konstitution Bewegungen aus dem Menschen und aus den Menschengruppen herausgeholt werden, die eine wirkliche sichtbare Sprache oder ein sichtbarer Gesang sind.»

    Die Sprache wird hier als naturhafter Ausdruck der inneren menschlichen Organisation in den ersten Lebensjahren beschrieben — als unbewusster, organisch bedingter Vorgang, dem die Eurythmie als bewusst entwickelte «sichtbare Sprache» entspricht.

  • GA 26 – Anthroposophische LeitsĂ€tze (Kurzbefund)

    GA 26 – Anthroposophische LeitsĂ€tze. Der Erkenntnisweg der Anthroposophie. Das Michael-Mysterium
    Erstdruck: Wochenschrift «Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht», Februar 1924 bis April 1925

    Befund zum Thema: Das erste Lebensjahr des Menschen

    GA 26 enthĂ€lt die wöchentlich herausgegebenen LeitsĂ€tze fĂŒr die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft. Der Schwerpunkt liegt auf Erkenntnistheorie (Imagination, Inspiration, Intuition), dem Michael-Mysterium und dem kosmischen Zusammenhang der Anthroposophie. ErwĂ€hnungen von «Geburt» beziehen sich ausschließlich auf den gesamten Lebensbogen des Menschen (von der Geburt bzw. EmpfĂ€ngnis bis zum Tode). Das Werk enthĂ€lt keine AusfĂŒhrungen zum ersten Lebensjahr des Menschen.